Innovationskongress Oberstufe

Freitag 13. bis Samstag 14. September in Berlin

Wir laden alle Interessierte ein, mit uns über ein zukunftsfähiges Abitur und eine innovative Oberstufe nachzudenken

  • Lehrer*innen aus Schulen mit einem Weg zum Abitur, am besten Schulteams, die für die Oberstufe verantwortlich sind und auch Schulleitungsteams
  • Verantwortliche in Kultusministerien und Schulverwaltung und Bildungspolitiker*innen
  • Bildungsjournalist*innen und Vertreter*innen von im Bildungsbereich tätigen NGOs

Es wird spannende Impulse geben und viel Raum miteinander ins Gespräch zu kommen. Am Freitagvormittag um 10 Uhr beginnen wir an der Humboldt-Universität (im Fritz-Reuter-Saal, Dorotheenstr. 24) mit zwei Grundsatzreferaten (keynotes). Danach tagen wir an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ, Wallstraße 32, 10179 Berlin (direkt an der U2 Märkisches Museum)) mit Workshops am Freitagnachmittag und einem Abend der Begegnung. Am Samstagvormittag geschieht dann die eigentliche Arbeit, um für und mit Schulen konkret an der Umsetzung zu arbeiten, z.B. Schulversuche gemeinsam zu entwickeln oder Ideen zur Konkretion zu bringen,  mit wechselseitiger Beratung, dass Innovation in die Praxis kommt. Der Kongress 2024 endet am Samstag um 13:15 Uhr.

Unser Programm

Freitag, 13.09.2024 vormittags Humboldt-Universität

10:00 Begrüßung und Einführung


Prof. Dr. Anne Sliwka Heidelberg:

Innovative Wege zum Abitur

– Wie erreichen wir in Deutschland mehr Bildungsgerechtigkeit?

Prof.Dr. Anne Sliwka ist leidenschaftlich engagiert für ein zukunftsfähiges Schulsystem und für innovative Schulen in Deutschland.

Sie legt dar, wie Schulen mit „Deeper learning“ mehr Lernerfolg  ermöglichen.  Was können wir von den PISA-Siegern lernen? Welche Rahmenbedingungen brauchen wir  für eine  neue Lern- und Prüfungskultur in Deutschland? Und wie kommen wir dadurch zu mehr Bildungsgerechtigkeit? Darauf wird sie spannende Antworten geben.


Innovationsimpulse von Schüler*innen


Kaffeepause


Jöran Muuß-Merholz:

Oberstufe 2040

– wie kann „zukunftsfähige Lernkultur“ am Ende aussehen?

Jöran Muuß-Merholz ist in die Zukunft und wieder zurück gereist. Er bringt die Geschichten von drei Schulen im Jahr 2040 mit, in denen höchst unterschiedlich gelernt wird. Wie werden dort die Ziele erreicht, die wir heute „Zukunftskompetenzen“ nennen? Wie sieht eine Oberstufe aus, für die wir heute eine „zukunftsfähige Lernkultur“ fordern? Und was sind „zukunftsorientierte Bildungskonzepte“ – wenn sie nicht mehr Zukunft sind?“


12:45 Uhr  Spaziergang zur Evangelischen Schule Berlin Zentrum


Freitag, 13.09.2024 nachmittags Evangelische Schule Berlin-Zentrum

Ab ca. 13:15 Uhr Mittagessen Catering an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum


14:15  Uhr Plenum – Eröffnung


Innovationsimpuls: Ralph Brinkhaus


Workshopphase 1


Austauschphase – Kaffeepause
Innovationsimpuls: Dr. Carl-Heiner Schmid Senior-Chef Fa. Heinrich Schmid


Workshopphase 2


Innovationsimpuls: Dirk Zorn, Bertelsmann Stiftung

Einführung in den nächsten Tag


18:00 Uhr Ende


Angebot: Come together 
Begegnungsabend bei einem Glas Wein und Imbiss mit den Kiezpoeten und Musik


Samstag, 14.09.2024 Evangelische Schule Berlin-Zentrum

09:00 Uhr Begrüßung und Warm up


Kultusministerin Hamburg (Niedersachsen):

Gestaltungsspielräum der KMK

Vorgaben für ein zukunftsfähiges Lernen nutzen


Innovationsimpuls OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher


Beratschlagung und Transferarbeit

Wie setzen wir unsere Ideen, Inspiration und Erkenntnisse ins Handeln um? Was braucht es noch, was folgt als Nächstes? In thematischen Kleingruppen werden offene Fragen geklärt und nächste Schritte geplant.


12:45 Uhr Abschluss mit Statements zu Bilanz und zum Aufbruch
Innovationsimpulse von Cornelia von Ilsemann und Friedemann Stöffler


13:15 Uhr Ende


Workshops Phase 1

Stefan Linke, Max Lohner, Fa. Heinrich Schmid

Seit 2016 bietet die Unternehmensgruppe Heinrich Schmid in Kooperation mit zahlreichen allgemeinbildenden Gymnasien das Programm Abitur und Gesellenbrief an. Bei diesem Programm können Schülerinnen und Schüler an Gymnasien nicht nur praktische Erfahrung im Handwerk sammeln, sondern erwerben parallel zum Abitur den Gesellenbrief als Maler und Lackierer. Das Ausbildungskonzept umfasst dabei zu den praktischen Erfahrungen auf der Baustelle auch die Fachtheorie, die online und in den Lehrwerkstätten von Heinrich Schmid vermittelt wird. Egal ob Studium, Meister, Work-and-Travel – mit diesem Doppelabschluss sind die Schülerinnen und Schüler für ihre Zukunft gerüstet.

Nicole, Stockmann, Schulleiterin Gymnasien im Ellental Bietigheim; Luigi Giunta, Schulleiter Gymnasium an der Gartenstraße Mönchengladbach

Schülerinnen und Schülern fachliches Wissen zu vermitteln, bleibt auch im 21. Jahrhundert die zentrale Aufgabe von Schule. Zunehmend bedeutsam wird für junge Menschen darüber hinaus der Erwerb von überfachlichen Kompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, kritischem Denken und Kreativität. Doch wie lassen sich die Aneignung von Wissen einerseits und von handlungsrelevanten Fertigkeiten andererseits im Unterricht miteinander verbinden? Ein pädagogischer Ansatz, der dies zum Ziel hat, ist Deeper Learning.

In diesem Workshop erfahrt ihr, wie wir Deeper Learning in der Kursstufe an zwei Gymnasien in Baden-Württemberg und NRW umgesetzt oder ausprobiert wird. Am Gymnasium an der Gartenstraße (GymGa) wird – mit Unterstützung der Deutschen Telekom Stiftung und der Netzwerkarbeit der Zukunftsschulen NRW –Deeper Learning in die Unterrichtsstruktur eingebunden. Wir stellen euch vor, wie wir in der Oberstufe Deeper Learning Lernsettings in unserem Kurssystem (GK, LK, ZK) anbieten und wie wir Spielräume nutzen für fächerverbindendes bzw. -übergreifendes Lernen. Dies tun wir konkret in der Einführungsphase (EF) in den GymGa-Grundlagenakademien, die die klassischen Vertiefungskurse in fachgebundene sowie fachübergreifende (Modul)Kurse aufteilen, sowie in der Qualifikationsphase über unser Angebot der Projektkurse. An den Gymnasien im Ellental wird kursübergreifendes Arbeiten in der regulären Kursstufe erprobt. Wir stellen euch ein gemeinsames Beispiel der Geo und Bio Kurse vor und zeigen Grenzen und Möglichkeiten sowohl in der Organisation als auch in der abiturrelevanten Leistungsfeststellung auf. Auf Basis dieser Erfahrungen würden wir natürlich auch gerne mit Euch ins Gespräch kommen über Grenzen, Möglichkeiten und Perspektiven, die ihr seht.

Volker Arntz (Schulleiter); Hannah Beck (Oberstufenberaterin); Patrick Becker (Oberstufenleiter); Dr. Ulrike Felger ( stv. Vorsitzende GMSBW)

Kooperationen zwischen Schulen in der Oberstufe existieren schon lange. Es ist Zeit, diese auch digital und hybrid zu gestalten. In einem Impulsvortrag beleuchten wir Idee und Chancen einer solchen Zusammenarbeit und stellen eine erste konzeptionelle Skizze vor. Anschließend gibt der Workshop Raum für
Fragen, Anregungen und Diskussion.

Ronny Blaschke (Sportjournalist), Levent Bicer (Lehrer für Politik und Geschichte), Evangelische Schule Berlin-Zentrum

Der Sportjournalist Ronny Blaschke erläutert Zusammenhänge von Sport und Rassismus, Kolonialismus. Levent Bicer, Lehrer für Politik und Geschichte geht darauf ein, wie anhand solcher Expertenvorträge fächerverbindendes Lernen in verschiedenen Formaten der Oberstufe an der ESBZ ermöglicht wird

Inge Gembach-Röntgen, Regine Walter, Markus Thoma, Initiative Flexible Oberstufe

Das Transition Year in Irland – Deine Brücke ins Berufsleben
Wie wäre es, wenn du schon während deiner Schulzeit lernst, wie man eine eigene Firma gründet? Oder wenn du dich lieber für ein Schulfach wie Modedesign, Musical oder Architektur interessierst, als für eine weitere Fremdsprache? In Irland hast du die Möglichkeit, dein Schuljahr mit vielen neuen Erfahrungen zu bereichern…
Das Ziel des Transition Years ist es, deine Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein und soziale Reife zu fördern.“ (Do it Education GmbH, Hamburg)
Mit diesen Worten wirbt eine Organisation für den High School Aufenthalt in Irland. Und in der Tat ist das irische Transition Year ein einzigartiges Programm, das einen flexibel gestalteten Übergang zwischen Mittel- und Oberstufe ermöglicht und Raum für die persönliche Entfaltung der Schüler*innen bietet.
Wir haben uns mit dem Konzept auseinandergesetzt und zur geplanten Umwandlung von G8 zu G9 in Baden-Württemberg ein Modell entwickelt, das die Grundideen des Transition Year aufnimmt und sich in das deutsche Schulsystem einpasst. „G neu(n)“ haben wir es getauft und dem Kultusministerium in Baden-Württemberg vorgelegt.
Die Ideen hierzu möchten wir im Workshop vorstellen und ihre Umsetzbarkeit mit den Teilnehmer*innen diskutieren. Über die Reaktionen aus dem Kultusministerium berichten wir ebenfalls.

Keno Schulz, Didaktischer Leiter Gesamtschule Windeck

KI-Einsatz im modernen, schülerorientierten Unterricht – Wie Chat-GPT und Co. den Unterricht der Gegenwart verändern können.
Chat-GPT wird derzeit in allen Medienformaten diskutiert. Diskussionen über Verbot oder sinnvolle Nutzung der KI bestimmen das Medienecho. Zudem stellt sich die Frage: Ist diese Erfindung tatsächlich so wegweisend wie die Industrielle Revolution, wie Sascha Lobo sie beschreibt? Wenn ja, wie können wir dieses Tool sinnstiftend in unserem Unterricht nutzbar machen?
Auf diese Frage gibt ein Impulsvortrag mit Praxiselementen verschiedene Antworten. Er richtet sich an Kolleg*innen, die den Einsatz von Chat-GPT in vielen schulischen Unterrichtssituationen verstehen und umsetzen wollen.
Der konkrete Nutzen für den eigenen Unterricht im Sinne schülerorientierter Unterrichtsgestaltung an praktischen Beispielen steht dabei im Vordergrund. Dabei macht es für ein Erfolgserlebnis durch diesen Workshop kaum einen Unterschied, ob die Teilnehmer*innen technisch versiert sind oder noch quasi keine Berührungspunkte mit digitalen Lernformaten haben.
Neben Unterrichtsbeispielen aus der Inklusion, zum Thema Facharbeit, Deutsch, Spanisch u.v.m. geht der Workshop auch der Frage nach, wie Chat-GPT aus Sicht des Lernenden als persönlicher Lernassistent agieren kann und mich Step by Step beim Schreiben z.B. einer Erörterung assistieren kann.
Für Kolleg*innen, die im Bereich der Elternarbeit oder der Verwaltungsarbeit Entlastung wünschen, stehen aus diesem Bereich ebenfalls hilfreiche Tipps und Praxisbeispiele bereit.

Jörg Droste Schulleiter, Rheda-Wiedenbrück, Vorstand Initiative Flexible Oberstufe

Die Arbeit in der Oberstufe ist in besonderem Maße strukturiert und reglementiert durch Standardsituationen wie Klausuren und die Abiturprüfung. Dies verhindert zum Teil eine veränderte Lernkultur im Unterricht mit Blick auf Chancen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Alternative Feedback- und Prüfungsformate bieten Chancen, auch den Unterricht anders zu denken und zu gestalten. In der SEK I sind diese teilweise bereits etabliert und können somit als Vorlage für neue Ideen dienen.

Dr. Kerstin Tschekan, Sachgebietsleiterin IQSG; Kai Deißner, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Louisenlund – Institut für Qualitätsentwicklung

In diesem Workshop werden die Rahmenbedingen von Unterricht in der Oberstufe hinterfragt und die bereits bestehenden Chancen in der SEK I herausgestellt, alternative Zugänge präsentiert und schließlich im Austausch mit den WorkshopteilnehmerInnen diskutiert, ergänzt und erweitert.

Cornelia von Ilsemann, Sprecherteam Blick über den Zaun; Friedemann Stöffler, Sprecher Bündnis für ein zukunftsfähiges Abitur
Die Potsdamer Erklärung stellt sechs Visionen in den Raum für ein zukunftsfähiges Abitur.  Ein Gleis dabei ist immer, dass Schulen mehr Raum haben für Innovation, der nicht genutzt wird. Gleichzeitig brauchen wir auch gemeinsam die Initiativen Richtung Schulverwaltung und Kultusministerkonferenz. Wir brauchen ein Netzwerk, das gemeinsam für eine flexible Oberstufe sich engagiert. Wie können wir für unsere Visionen im politischen Raum gemeinsam aktiv werden, um die Rahmenbedingungen für innovative Konzepte zu verbessern?

Simona Kramer, Abteilungsleitung Oberstufe Max-Brauer Schule

Unser Konzept der Profiloberstufe ist ein Modell für fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen in der Oberstufe. Wir erläutern unsere Struktur, die Grundüberlegungen und bringen konkrete Projekte mit. Je nachdem, welche Fragen und Interessen Ihr mitbringt, können wir auch über (alternative) Prüfungsformate im Profilzusammenhang sprechen. Außerdem würden wir natürlich auch gerne mit Euch ins Gespräch kommen über Grenzen, Möglichkeiten und Perspektiven.

Max Brauer Schule, Hamburgsimona.kramer@bsb.hamburg.de

Barbara Stockmeier, Schulentwicklungsbegleiterin | Trainerin | Coach, Initiative Neues Lernen

Wir alle kennen unsere täglichen Routinen im Alltag. Was aber, wenn eine größere Entwicklung und Veränderung ansteht, die wir neben dem Alltagsgeschäft voranbringen und zum Erfolg führen möchten?
Barbara Stockmeier, Initiatorin der Neuen Oberstufe an der Ev. Schule Berlin Zentrum (2011-2019) und seit 2019 Schulentwicklungsbegleiterin mit der Initiative Neues Lernen, teilt im Workshop ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus mehr als zwölf Jahren Schulentwicklungsarbeit. Die Teilnehmenden erhalten Impulse für die Gestaltung erfolgreicher Veränderungsprozesse an ihren Schulen und haben auch ausreichend Gelegenheit, mit den anderen Teilnehmenden über Erfolge und Misserfolge in der eigenen Schulentwicklungsarbeit in den Austausch zu kommen, um von- und miteinander zu lernen.

Uli Marienfeld mit Schüler*innen

Es werden Ideen skizziert und vorgestellt, wie schulischer Alltag so gestaltet werden kann, dass Räume eröffnet werden, in dem sich das Potenzial von Schüler*innen entfalten kann. Es geht um alternative Lernprodukte wie Klausurersatzleistungen, aber auch darum wie Rahmenbedingungen entstehen können, die Offenheit begünstigen.

Rainer Fechner, Abt.leiter Oberstufe i.R., Mitglied im Vorstand Initiative Flexible Oberstufe

Impulsvortrag zu den derzeit existierenden Möglichkeiten einer Schulzeitstreckung in der Oberstufe (Schulen mit besonderem Profil, individuelle Lösungen im Rahmen eines Nachteilsausgleichs, Abitur mit Gesellenbrief, Integration von Geflüchteten). Neben den Modellen im Rahmen der bestehenden Rechtsvorschriften wird die Vision einer flexiblen Gestaltung von Bildungsgängen entwickelt, die für alle Schüler*innen gelten soll. Im zweiten Teil werden mit den Teilnehmern konkrete Modelle erarbeitet, die sich im Rahmen von Schulversuchen realisieren lassen.

Dr. Max Winter, Lehrkraft; Dr. Lotte Bhatti, Lehrkraft, Neue Schule Wolfsburg

Wir möchten über innovative Formen der Wissenschaftspropädeutik im Rahmen der Oberstufe diskutieren: Wie lässt sich eine projektorientierte Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten mit den Anforderungen und Rhythmen der Schule in Einklang bringen? Welche Konsequenzen haben die aktuellen Veränderungen des wissenschaftlichen Arbeitens für dessen schulische Vermittlung? Sind die erprobten Arbeitsformen der Textarbeit noch angemessen? Wie sieht eine zeitgemäße Leistungsbewertung im Rahmen einer projektorientierten Wissenschaftspropädeutik aus? Und nicht zuletzt: Wie könnten bestehende Richtlinien weiterentwickelt werden?

Als Input bringen wir unsere Erfahrungen im Seminarfach an der Neuen Schule Wolfsburg mit. Unser Ansatz ist es dort, ein hohes Maß an Eigenständigkeit durch ein eigens entwickeltes Arbeitsbuch zu fördern, von Beginn an universitäre Arbeitsformen wie Kolloquien einzuüben, besonders gelungene Produkte in einer schulinternen Buchreihe zu veröffentlichen und Teamarbeit zu fördern. Dabei experimentieren wir mit Formaten wie Podcasts, Museumsbroschüren oder wissenschaftlichen Postern und mit Ergebnispräsentationen in außerschulischen Kontexten

Tobias Milde, Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück und Chantal Lepper, Bertelsmann Stiftung

In diesem Workshop möchten wir gemeinsam Wege erkunden, wie Zukunftskompetenzen junger Menschen besser sichtbar gemacht können. Dafür werden wir uns Studienergebnisse einer Jugendbefragung zu Zukunftskompetenzen ansehen und praktische Erfahrungen mit dem “Einstein-Schieberegler” teilen. Folgende Fragen stehen dabei im Fokus: Wie schätzen Jugendliche ihre eigenen Zukunftskompetenzen ein? Welche Kompetenzen wollen sie in Schule vermittelt bekommen? Und wie können wir Schüler:innen im Unterricht mit Blick auf Zukunftskompetenzen begleiten und ihnen Feedback geben?

Workshops Phase 2

Katholisches Freies Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn OStD, Marc, Hennen, Schulleiter

AbiFuture ist ein Konzept der vertieften Berufsorientierung und der Begabtenförderung ab Klasse 8 am Katholischen Freien Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn. Im Zentrum stehen eine theoretische und eine praktische Vorqualifizierung zu einem Ausbildungsberuf parallel zur Schulzeit. Eine berufliche Weiterqualifizierung in Richtung Meister, Techniker oder Studium ist im Konzept bereits angelegt und erwünscht.

Michaele Geweke, Ramona Lau, Oberstufen-Kolleg Bielefeld

Der Alltag zeigt: Die Ausbildungsbiografie von Schüler:innen ist häufig von Brüchen gekennzeichnet. Besonders junge Erwachsene, die die gymnasiale Oberstufe besuchen, sind neben schulischen verstärkt auch anderen Herausforderungen ausgesetzt: Zum Beispiel pflegen sie Angehörige, sind selber erkrankt, ergänzend zur Ausbildung als junge Unternehmer:innen tätig, sie sind Leistungssportler:innen, bereits Eltern oder studieren parallel an der Musikhochschule. Dennoch möchten und sollen sie ihre Ausbildung mit dem Abitur abschließen. Anhand ausgewählter Bildungsbiografien wird in dieser Kleingruppenarbeit diskutiert, welche Möglichkeiten Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen für die Gestaltung ihrer Schullaufbahn unter den bestehenden Rechtsvorschriften eröffnet werden können. Erfasst wird zudem, welche Änderungen notwendig sind, um dem Potential der Schüler:innen unter Berücksichtigung der individuellen Lernausgangslagen tatsächlich gerecht werden zu können.

Claudia Schweizer-Motte (Schulleiterin), Nicole Napiwotzki (stellver. Schulleiterin) ; Thomas Wegner (Koordination Schulentwicklung)
Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium, Wuppertal

Insgeheim warten wir alle auf einen Paradigmenwechsel in der Bildung. Längst ist bekannt, dass der Klimawandel und der Schwund der Biodiversität, der Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und für eine gelingende Demokratie, für den Frieden und gegen Armut und Hunger so ungeheuer große und global angelegte Aufgaben sind, dass wir sie nur zu gern in die nachfolgende Generation weiter schieben. Oft nur deswegen, weil nicht klar ist, wo angefangen werden kann. Vor zwei Jahren haben wir (Schulleitung und eine Lehrergruppe) beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann, wir wollen nicht mehr auf die Veränderung “von oben” warten, wir wollen mit der dringend notwendigen Transformation hin zu einer ökonomisch, gesellschaftlich und ökologisch nachhaltigen Entwicklung des Planeten Erde beginnen. Jetzt!

Wir brauchen eine neue Generation von Menschen, die in der Lage ist, die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu überbrücken, die Partizipation lebt und eigene Gestaltungskompetenzen wahrnimmt, konkrete Vorhaben entwickelt und diese umsetzen will und kann. Mit dem FREI DAY glauben wir ein Format gefunden zu haben, mit dem der erste Schritt in unserer Schule gegangen werden kann. Seit zwei Jahren haben wir den FREIDAY in den Jahrgängen 7 und 8 etabliert.  Jetzt ist weiterdenken angesagt! Ab dem Schuljahr 2026/27 solll FREIDAY 2.0 auch die Oberstufe erreichen. Zusammen wollen wir länderübergreifend in die Zukunft schauen, Ideen entwicklen und Spielräume suchen wie uns das gelingen kann.

StD Peter Günsoy, Koordinator für schulfachliche Aufgaben; StD Michael Jäde, Oberstufenleiter, Küstengymnasium Neustadt

Vermittelt werden soll, wie im Rahmen des Profilseminars (in Schleswig-Holstein) Projektunterricht im Sinne von „Deeper Learning“ über ein Schuljahr gestaltet werden kann. Zentral wird die Frage sein, wie die Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet werden können, in einem hohen Grad von Selbstverantwortung nachhaltige Projekte durchzuführen. Wichtige Bausteine sind z.B. „Design Thinking“, „Service Learning“, „Voice & Choice“ oder die „SOLO-Taxonomie“, deren Einsatzmöglichkeiten wir gerne vorstellen und unsere Erfahrungen aus den letzten beiden Schuljahren teilen.

Johannes Baumann, Schulberater Wilhemsdorf

Im Workshop wird ein hochschulpropädeutisches Unterrichtskonzept für die (insbesondere) gesellschaftswissenschaftlichen Leistungsfächer der Kursstufe vorgestellt. Durch die Kombination von Phasen im Vorlesungsstil mit der Auseinandersetzung mit zugespitzten Thesen gelangt man zu einer Diskussionskultur, die auch auf den Verlauf einer Unterrichtseinheit – entsprechend den Bedürfnissen der Schüler*innen – Einfluss hat. Das wertet auch die Schüler*innen (Voice and Choice) auf.

Christine Prühs Jenaplanschule Rostock

Der Workshop stellt das jahrgangsstufenübergreifende Unterrichten in der Oberstufe an der Jenaplanschule Rostock vor. Aufbauend auf dem Gesamtkonzept der Schule werden die Grundidee und die ersten Schitte der fachlichen Umsetzung am Beispiel der Mathematik und der Physik dargestellt und näher betrachtet. Gemeinsam betrachten wir Gelingensvoraussetzungen, Möglichkeiten der schrittweisen Implementierung, Herausforderungen und Chancen auf dem Weg zum jahrgangsstufenübergreifenden Arbeiten in der Sekundarstufe II.

Rebekka Rinecker; Marco Riedel ESBZ

Im Rahmen der einwöchigen Lernexpedition, die ein bis zwei Mal jährlich stattfindet, planen die Schüler*innen eigenständig und selbstorganisiert, was sie mit wem, wie und wo lernen möchten.
In der Lernexpedition passt sich das Lernen den Schüler*innen und nicht die Schüler*innen dem Lernen an. Gecoacht von ihren Lehrer*innen finden die Schüler*innen ein Thema, in das sie eintauchen möchten und für das sie sich im Vorfeld bewerben müssen.
In unserem Workshop stellen wir Best- Practice- Beispiele vor und simulieren die Planung, Durchführung und Präsentation einer entsprechenden Woche. Darüber hinaus wollen wir gemeinsam auch die Chancen und Herausforderungen einer solchen Woche diskutieren.

Arevik Khachikyan, digitale Schulentwicklung und Product Owner,
Kerstin Heinkele, Koordinatorin für selbstgesteuertes Lernen und Projektlernen in der Oberstufe, lernlog gGmbH in Bonn und Gesamtschule Gescher

Wie gelingt es, die Selbstorganisation von Lernenden mit digitalen Tools zu fördern? Wie können Lehrkräfte Lernprozesse planen, Lernverläufe visualisieren und individuelles Feedback gewährleisten? Ohne größeren Mehraufwand, sondern mit effizientem Zeiteinsatz, der den Bedürfnissen jedes und jeder Lernenden entspricht.

Mit lernlog steht eine Web-App zur Verfügung, die das selbstorganisierte Lernen konsequent in den Mittelpunkt stellt. Initiiert von der Montag Stiftung von Jugend und Gesellschaft entwickelten rund 20 Schulen sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Stiftung und Jugendlichen dieses Tool in den letzten 3 Jahren in einem agilen und partizipativen Prozess.

Arevik Khachikyan vom Team lernlog stellt gemeinsam mit Kerstin Heinkele aus der Gesamtschule Gescher die Funktionen von lernlog am Beispiel der gymnasialen Oberstufe vor, inklusive der neuesten Anwendungen und Funktionen, wie z.B. das projektorientierte Lernen.

 Martin Glischke, Oberstufenleiter und Carolin Treier, Schulleiterin. Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ)

Die Oberstufe an der ESBZ startete relativ klassisch – mit Ausnahme des Projektes „Alle ins Ausland“. Mit unserer Initiative Neue Oberstufe wurden in den letzten Jahren viele neue Lernformate entwickelt, erprobt und umgesetzt. In diesem Workshop geben wir einerseits einen Überblick über unsere Oberstufe und die unterschiedlichen Lernfomate, andererseits schauen wir auf förderliche und herausfordernde Erfahrungen in der Vergangenheit und im Hier und Jetzt. Darüber hinaus machen wir Mut, welche Umsetzungen auch ohne Sondergenehmigungen des Berliner Senats möglich gewesen wären oder welche Wege wir gefunden haben.

Björn Nölte, Institut für zeitgemäße Prüfungskultur

Lernende erleben den Umgang mit Leistung in der Schule noch immer sehr stark als fremdbestimmt und auf Einzelleistung fokussiert. Rückmeldungen dienen in Form von Korrekturen vor allem zur Legitimation von Noten. Wie kann es gelingen, Leistung auch eigenverantwortlich und kollaborativ zu entfalten und Rückmeldungen lernförderlich und prozessorientiert einzusetzen? Und welche Rolle spielen das Digitale und KI dabei? Dieser Workshop arbeitet mit Praxisbeispielen und möchte umsetzbare Ansätze für einen neuen Umgang mit Leistung aufzeigen.

Wolfram-Gagel, Dana, Schulleiterin + Julia Königs, Lehrerin, Otto-Nagel-Gymnasium

Der Einsatz von digitalen Endgeräten im Abitur sind bereits heute gelebte Realität. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Dorthe Wolter, Pulsarkoordinatorin; Uta Heinrich, Pulsarkoordinatorin  _ESBZ

Jahrgangübergreifendes und fächerverknüpfendes Lernen mit Anbindung an den RLP in der Oberstufe geht nicht? Doch.
Im Rahmen der Pulsarwoche haben unsere Schüler*innen Gelegenheit, aus einem vielfältigen Workshopangebot zu wählen, einen eigenen Fächerschwerpunkt zu setzen und einer selbst entwickelten Forschungsfrage nachzugehen.
Diese Form von Projektwoche lebt von ihrer vertieften Auseinandersetzung mit Herzensthemen, sowohl auf Seite der Schüler*innen als auch auf Seite der Lehrer*innen. Wie das erfolgreich gelingt, welche Herausforderungen in Planung, Durchführung und Nachbereitung der Woche bestehen und wie diese gemeistert werden können, ist Thema dieses Workshops.

Martin Grieben, Leitung Fachbereich I Carl-von-Weinbergschule Frankfurt

Der Workshop stellt das SegeL-Konzept vor, das an der Carl-von-Weinberg-Schule implementiert wurde. SegeLn steht für „Selbstgesteuertes Lernen“ und bildet seit Sommer 2020 einen festen Bestandteil der Unterrichtszeit.

Inspiriert von der Dalton-Pädagogik bieten SegeL-Stunden flexible Lernzeiten, die individuell gestaltet und genutzt werden können. Unser Hauptziel ist die Förderung von Motivation, Interesse und Selbstwirksamkeit durch die Schaffung vielfältiger Lernmöglichkeiten.

Im Rahmen dieses Workshops wird das SegeL-Konzept detailliert vorgestellt. Wir nehmen uns Zeit, um Voraussetzungen, Vorbereitung und erfolgreiche Einführung zu beleuchten. Zudem werden potenzielle Herausforderungen diskutiert.

Ein wichtiger Aspekt des Workshops ist auch der Austausch über die Anpassung des Konzepts an andere Schulen. Innerhalb der schulrechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, herkömmlichen Unterricht zu bereichern und zu erweitern.

Wir freuen uns auf regen Austausch und die gemeinsame Diskussion darüber, wie selbstgesteuertes Lernen auch in anderen Bildungseinrichtungen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Anja Lehmann, OStD‘ Leibniz-Montesori-Gymnasium Düsseldorf, Initiative Flexible Oberstufe und Elke Bienzeisler, Refik-Veseli-Schule Berlin

Verschiedene Ideen zur Flexibilisierung innerhalb des Systems werden vorgestellt, ohne dass gleich die gesamte Schule neu entwickelt werden muss. Insbesondere das Format der Vertiefungskurse in NRW wird ausgeleuchtet, aber auch Möglichkeiten der Parallelisierung von Kursen sowie besonderen Studientagen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen weitere Möglichkeiten erarbeitet werden, um Zeit für flexibleres Arbeiten zu schaffen.

Hier gehts zur Anmeldung 

Wer sich dabei gleich zu den Workshops anmelden will, bitte hier die ausführlichen Informationen lesen.

Der Kongress wird unterstützt durch die Bertelsmann Stiftung, die Boschstiftung, die Dieter-Schwarz-Stiftung und die Fa. Heinrich Schmid.

Anmeldegebühr 40.- Euro
für Nicht-Verdienende 25.- Euro.